Lieferant, Netzbetreiber, Messstellenbetreiber, BKV: Im liberalisierten Energiemarkt arbeiten viele Rollen zusammen. Wer macht was? Ein Überblick für Einsteiger.
Warum es überhaupt Marktrollen gibt
Vor der Liberalisierung lag alles in einer Hand. Heute sind Erzeugung, Netz, Vertrieb und Messung getrennt – jede Aufgabe wird einer definierten Marktrolle zugeordnet. Das schafft Wettbewerb, erfordert aber klare Spielregeln und Kommunikation.
Die wichtigsten Rollen
- Lieferant (LF) – verkauft Energie an den Endkunden und kümmert sich um dessen Abrechnung.
- Netzbetreiber (NB) – betreibt das Strom- oder Gasnetz; man unterscheidet Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) und Verteilnetzbetreiber (VNB).
- Messstellenbetreiber (MSB) – baut Zähler ein, betreibt sie und liefert Messwerte; grundzuständig (gMSB) oder wettbewerblich (wMSB).
- Bilanzkreisverantwortlicher (BKV) – sorgt dafür, dass Einspeisung und Entnahme in einem Bilanzkreis ausgeglichen sind.
- Bilanzkoordinator (BIKO) – führt die Bilanzkreisabrechnung auf Ebene des Übertragungsnetzes.
Wie die Rollen zusammenspielen
Wechselt ein Kunde den Lieferanten, müssen LF, NB und MSB Daten austauschen – über die Marktkommunikation. Stadtwerke vereinen oft mehrere Rollen unter einem Dach, was die Prozesse zusätzlich anspruchsvoll macht.
Das Wichtigste in Kürze
- Der liberalisierte Markt trennt Erzeugung, Netz, Vertrieb und Messung.
- Jede Aufgabe gehört zu einer definierten Marktrolle.
- Die Rollen tauschen über die Marktkommunikation Daten aus.