Zum 01.10.2026 wechselt die deutsche Marktkommunikation turnusgemäß die Formate, final beschlossen per BNetzA-Mitteilung Nr. 56 vom 01.04.2026. Die gute Nachricht: Es ist ein Konsolidierungs-Release ohne neue Geschäftsprozesse. Dieser Beitrag listet alle neuen Versionsstände, erklärt die fünf wesentlichen Änderungen und liefert den Rückwärts-Zeitplan für die Umsetzung in SAP IS-U. Stand: Juli 2026.
Einordnung: der feste Halbjahres-Turnus
Formatumstellungen in der Marktkommunikation folgen einem festen Rhythmus: jeweils zum 1. April und 1. Oktober. Wer den Turnus als Routine begreift, kann Budgets, Testfenster und Personaleinsatz planen, statt zweimal jährlich in den Feuerwehrmodus zu wechseln. Die großen Prozessumbauten liegen dabei hinter uns: Der 24-Stunden-Lieferantenwechsel, die Lokationsbündel und die §14a-Prozesse kamen bereits 2025.
Das Oktober-Release 2026 wurde am 02.02.2026 zur Konsultation gestellt (Mitteilung Nr. 55) und am 01.04.2026 mit Mitteilung Nr. 56 final beschlossen. Es räumt auf, statt umzubauen. Das macht den Aufwand kalkulierbar, setzt ihn aber nicht auf null: Auch ein Konsolidierungs-Release ist ein verbindlicher Stichtag, an dem alte Formatversionen ungültig werden.
Was das Release enthält
Die neuen Versionsstände zum 01.10.2026 im Überblick:
| Dokument / Format | Version ab 01.10.2026 |
|---|---|
| Allgemeine Festlegungen | 6.1d |
| UTILMD Strom | S2.2 |
| UTILMD Gas | G1.2 |
| MSCONS | MIG 2.5 / AHB 3.2 |
| UTILTS | AHB 1.1 |
| ORDERS / ORDRSP-Familie | aktualisierte Stände |
| Entscheidungsbaum-Diagramme (EBD) | 4.3 |
| API-Webdienste Strom | 2.0.0 |
| Regelungen zum Übertragungsweg | 1.10, AS4-Profil 1.2 |
Am Übertragungsweg selbst ändert sich nichts Grundsätzliches: AS4 ist im Strom seit dem 01.04.2024 und im Gas seit dem 01.04.2025 der einzige Übertragungsweg; das Release aktualisiert lediglich Regelwerk und Profil. Für die Praxis heißt das: Der Schwerpunkt der Umstellung liegt in den Nachrichtenformaten und der EBD-Logik, nicht in der Kommunikationsinfrastruktur. Wer den AS4-Umstieg sauber hinter sich hat, muss an dieser Stelle nur die Profilversion nachziehen.
Warum es ein Konsolidierungs-Release ist
Fünf Änderungen machen den Kern aus, keine davon führt einen neuen Geschäftsprozess ein:
- API-Dokumentation zieht auf GitHub um. Die Spezifikationen der API-Webdienste werden künftig dort gepflegt, ein Schritt Richtung des API-basierten Zielmodells der MaKo.
- MaLo-ID-Service wird aufgeteilt. Aus einem Dienst werden fachlich getrennte Services; relevant für alle, die den Service bereits angebunden haben.
- OBIS-Kennzahlen-Weiterverwendung in UTILMD Strom und ORDERS, bewusst minimalinvasiv umgesetzt.
- CTA/COM-Segmente für Kontaktinformationen: strukturierte Ansprechpartnerdaten in den Nachrichten.
- Befristete EBD-Codes A90/A96/A99 werden um sechs Monate verlängert.
Umsetzung in SAP: die Checkliste, rückwärts geplant
Ein Formatwechsel heißt in SAP-IS-U-Landschaften typischerweise: Format- und Mapping-Updates einspielen (über IDEX/Common Layer beziehungsweise das B2B-Addon des MaKo-Dienstleisters), EBD-Logik aktualisieren, mit Marktpartnern testen, am Stichtag umschalten. Vom 01.10.2026 rückwärts gerechnet:
- Jetzt (Juli): Scope und Patch-Fahrplan klären. Mitteilung Nr. 56 gegen die eigene Systemlandschaft lesen; beim MaKo-Dienstleister bzw. Hersteller den Liefertermin der Format-Patches abfragen; die Patch-Verfügbarkeit liegt erfahrungsgemäß im Sommer.
- August: Patches einspielen und EBD 4.3 nachziehen. Format-/Mapping-Updates ins Entwicklungs- und Testsystem bringen, EBD-Logik aktualisieren, interne Regressionstests über die Kernprozesse fahren.
- Ab Spätsommer: Interop-Tests mit Marktpartnern. Nachrichtenaustausch mit den wichtigsten Gegenparteien testen, Stammdaten-Sonderfälle prüfen (etwa OBIS-Konstellationen und Kontaktdaten-Segmente).
- September: Cutover vorbereiten. Umstellungsdrehbuch mit Zeitpunkten je Nachrichtentyp, Verantwortlichkeiten und einem Rückfallplan, falls einzelne Strecken am Stichtag klemmen.
- 01.10.2026 und Folgetage: umschalten und beobachten. Monitoring der ein- und ausgehenden Nachrichten, Clearingfälle priorisiert abarbeiten. Die ersten Tage entscheiden, ob Rückstände entstehen.
Konsolidierungs-Release heißt nicht „kann liegen bleiben" – es heißt: Der Aufwand ist planbar, wenn man im Juli plant statt im September.
Ausblick: April 2027 und die Plattform-Welle danach
Das nächste Release zum April 2027 ist noch nicht konsultiert; die Konsultation ist ab etwa August 2026 zu erwarten. Für die Konsultationsrunde im Oktober 2027 stehen laut BDEW-Forum-Agenda unter anderem die Umstellung von UTILTS auf API-Kommunikation und das Einführungsszenario des MaBiS-Hubs auf der Liste. Der Hub selbst, die geplante zentrale Bilanzierungsplattform, kommt nach dem diskutierten Einführungsszenario ohnehin später: Produktivstart frühestens zum 01.10.2029, die finale Festlegung steht noch aus. Was dahintersteckt, erklärt der Beitrag MaBiS-Hub erklärt.
Das Wichtigste in Kürze
- Das MaKo-Release zum 01.10.2026 ist final beschlossen (BNetzA-Mitteilung Nr. 56 vom 01.04.2026), ein Konsolidierungs-Release ohne neue Geschäftsprozesse.
- Neue Stände u. a.: UTILMD Strom S2.2 / Gas G1.2, MSCONS MIG 2.5 / AHB 3.2, EBD 4.3, API-Webdienste Strom 2.0.0, Übertragungsweg 1.10 mit AS4-Profil 1.2.
- Kernänderungen: API-Doku auf GitHub, MaLo-ID-Service fachlich aufgeteilt, OBIS-Weiterverwendung, CTA/COM-Kontaktsegmente, EBD-Codes A90/A96/A99 verlängert.
- SAP-Fahrplan rückwärts: Patch-Fahrplan im Juli klären, Formate im August einspielen, Interop-Tests ab Spätsommer, Cutover mit Rückfallplan zum Stichtag.
- April 2027 ist noch nicht konsultiert; der MaBiS-Hub folgt nach diskutiertem Szenario erst zum 01.10.2029.